diskographie / Erdenkraft / Reviews
Legacy
Mit der vereinten Macht der Elemente im Rücken streifen Adorned Brood die Wildheit der vergangenen Tage teilweise ab, werden sesshaft und widmen sich den schönen Künsten anstelle ausschließlich des Kriegshandwerks, das sie aber nach wie vor nicht verlernt haben. Doch aus den Heerführern wurden Hohepriester, aus todesmutigen Recken naturfürchtige Gelehrte, aus Amazonen Inkarnationen der Muttergöttin. Wie einst die Vandalen, die auf der Flucht vor den sie verfolgenden Hunnen eine Schreckensspur durch halb Europa zogen und sich ihren zweifelhaften Ruf erwarben (wenn auch größtenteils zu Unrecht), die nach dem Übersetzen über die Meerenge von Gibraltar das alte Karthago zuerst eroberten, dann aber zu neuem Glanz und Macht erblühen ließen und einen afrikanischen Antipoden zum sinkenden Rom erschufen, so sind auch Adorned Brood, nachdem den Wanderungen mit "Hiltia" und "Wigand", nach der Eroberung neuen Terrains in Form von "Asgard", nunmehr sesshaft geworden, gebrauchen die Waffen nur noch selten, sondern lassen Kunst sprechen und Frieden mit sich und der Natur sprechen - sie haben ihr Karthago gefunden, bestellen den fruchtbaren Boden, befahren die wilde See, studieren auspizisch den Vogelflug und preisen die lebensspendende Sonne - der Einstieg "Welcome Our Friends" vermittelt eine derart freudig-überschäumende Stimmung, dass in einem symbolischen Sonnenaufgang die den Menschen wohlgesinnten Götter und Elemente sich zu neuem Tagwerk zu vereinen scheinen. Selbst der nachfolgende "Totenmarsch" atmet trotzt des gegenteiligen Sujets Leben, das durch einen physischen Tod nicht enden kann - man höre nur die Energie im unglaublichen Drumming von Tim, man verfolge fasziniert das perlend-skalierende Gitarrenspiel von Andi: perfekte Transmitter. "Der Pfad der Zeit macht dir jetzt Angst, die Brücke ins Reich, das du erlangst." Die Universalität des Lebens, die Fehlkonzentrationen auf Seiten oder Ismen unmöglich macht, die Perfektion von Yin und Yang - "Lebenslied". "Old Great Master" - das Heldenlied der Wanderungen, Ilias und Odyssee, voll wahrer und scheinbarer Helden. Die Gelöstheit nach schweren Tagen findet ihren Niederschlag in einem winzigen Detail: das "Ja!" von Frost am Ende der ersten Strophe blitzt voll Überschwang in die rückblickend-schwarzmetallische Betrachtung. Der Titelsong konsequent von Inge und Frost gemeinsam umgesetzt, mit dem Schwerpunkt auf der weiblichen Betrachtungsweise. Witzigerweise fällt das als Verkaufsargument sicher förderliche, mit Erik und Bodenski von Subway To Sally gestaltete "Fluch" qualitativ ab und läutet eine kleine Schwächephase ein, die mit dem retrospektivistischen "Liar" eindrucksvoll beendet wird. Mit dem besinnlichen "Jenseits Des Horizonts" (wenn Inge "Kehre in dich, öffne dein Herz," singt, dann schmilzt es schon vor dem Öffnen ...) beschließen Adorned Brood "Erdenkraft", das die Neuorientierung stante pede im ersten Höhepunkt kulminieren lässt.
Mit der vereinten Macht der Elemente im Rücken streifen Adorned Brood die Wildheit der vergangenen Tage teilweise ab, werden sesshaft und widmen sich den schönen Künsten anstelle ausschließlich des Kriegshandwerks, das sie aber nach wie vor nicht verlernt haben. Doch aus den Heerführern wurden Hohepriester, aus todesmutigen Recken naturfürchtige Gelehrte, aus Amazonen Inkarnationen der Muttergöttin. Wie einst die Vandalen, die auf der Flucht vor den sie verfolgenden Hunnen eine Schreckensspur durch halb Europa zogen und sich ihren zweifelhaften Ruf erwarben (wenn auch größtenteils zu Unrecht), die nach dem Übersetzen über die Meerenge von Gibraltar das alte Karthago zuerst eroberten, dann aber zu neuem Glanz und Macht erblühen ließen und einen afrikanischen Antipoden zum sinkenden Rom erschufen, so sind auch Adorned Brood, nachdem den Wanderungen mit "Hiltia" und "Wigand", nach der Eroberung neuen Terrains in Form von "Asgard", nunmehr sesshaft geworden, gebrauchen die Waffen nur noch selten, sondern lassen Kunst sprechen und Frieden mit sich und der Natur sprechen - sie haben ihr Karthago gefunden, bestellen den fruchtbaren Boden, befahren die wilde See, studieren auspizisch den Vogelflug und preisen die lebensspendende Sonne - der Einstieg "Welcome Our Friends" vermittelt eine derart freudig-überschäumende Stimmung, dass in einem symbolischen Sonnenaufgang die den Menschen wohlgesinnten Götter und Elemente sich zu neuem Tagwerk zu vereinen scheinen. Selbst der nachfolgende "Totenmarsch" atmet trotzt des gegenteiligen Sujets Leben, das durch einen physischen Tod nicht enden kann - man höre nur die Energie im unglaublichen Drumming von Tim, man verfolge fasziniert das perlend-skalierende Gitarrenspiel von Andi: perfekte Transmitter. "Der Pfad der Zeit macht dir jetzt Angst, die Brücke ins Reich, das du erlangst." Die Universalität des Lebens, die Fehlkonzentrationen auf Seiten oder Ismen unmöglich macht, die Perfektion von Yin und Yang - "Lebenslied". "Old Great Master" - das Heldenlied der Wanderungen, Ilias und Odyssee, voll wahrer und scheinbarer Helden. Die Gelöstheit nach schweren Tagen findet ihren Niederschlag in einem winzigen Detail: das "Ja!" von Frost am Ende der ersten Strophe blitzt voll Überschwang in die rückblickend-schwarzmetallische Betrachtung. Der Titelsong konsequent von Inge und Frost gemeinsam umgesetzt, mit dem Schwerpunkt auf der weiblichen Betrachtungsweise. Witzigerweise fällt das als Verkaufsargument sicher förderliche, mit Erik und Bodenski von Subway To Sally gestaltete "Fluch" qualitativ ab und läutet eine kleine Schwächephase ein, die mit dem retrospektivistischen "Liar" eindrucksvoll beendet wird. Mit dem besinnlichen "Jenseits Des Horizonts" (wenn Inge "Kehre in dich, öffne dein Herz," singt, dann schmilzt es schon vor dem Öffnen ...) beschließen Adorned Brood "Erdenkraft", das die Neuorientierung stante pede im ersten Höhepunkt kulminieren lässt.