diskographie / Heldentat / Reviews
Osnametal
Nach vier Jahren kehren die einstigen deutschen Pagan-Helden Adorned Brood nun mit ihrem fünften Album „Heldentat“ nach einigen personellen Veränderungen und Labelwechseln zurück. Als ich das Album das erste Mal in den CD-Spieler legte, hatte ich jedoch irgendwie schon etwas anderes erwartet, als mir dort geboten wurde.
*
Stil:
Pagan Metal
*
Release:
29.09.2006
*
Label:
Black Bards Entertainment
*
Homepage:
http://www.adornedbrood.de
Als reinen Pagan Metal würde ich das ganze nämlich nur noch unter Vorbehalt bezeichnen. Pagantypische Black-Metal-Elemente hätten durchaus großzügiger verteilt werden können und die Texte mit Bezug zur Mythologie und Natur fehlen nahezu völlig. Der Begriff Folk Metal passt mir da dann irgendwie doch besser in den Kram. Das Intro „Es ist Zeit“ spielt auf den Neubeginn der Band an und leitet somit das neue Album standesgemäß ein. Darauf folgt die Hymne „Tanze mit dem Tod“, die durch ihren eingängigen Refrain durchweg überzeugen kann. Mit „In Vitro“ gehen Adorned Brood gesellschaftskritisch ans Werk und prophezeien mit ihrem Text eine furchterregende Vorstellung der Zukunft. Kritisch hinterfragen sie hier, wer der letzte Mensch sein wird, der nicht im Reagenzglas entstand, sondern noch weiß, wer seine Eltern sind. Ein Lied, welches zum Nachdenken anregt und traurig macht.
Mit „Farewell“ sind wir schon bei meinem absoluten Favoriten dieses Albums angelangt. Nicht, weil es der einzige englische Song dieser Scheibe ist, sondern weil diese kraftvolle Ballade durch ihren traurigen Text, die wunderschöne Melodie und vor allem die gesangliche Unterstützung von Querflötistin Ingeborg Anna zu etwas wirklich Besonderem wurde. Es geht um eine tragische Liebe einer Wikingertochter zu einem jungen Krieger, der auf Entdeckungsreise geht und nicht wiederzukehren scheint. Als das Schiff des Kriegers jedoch nach Jahren zurückkehrt, ist gerade ein Jahr vergangen, seit das Mädchen einsam gestorben ist. Dieses Lied hat es mir wirklich angetan und ich fürchte, es hat am vergangenen Wochenende tatsächlich um die vierzig Mal aus dem CD-Player in mein Ohr geschallt. Leider kann das darauf folgende „Sandmann“ mich nicht überzeugen. Der Refrain erinnert mich an eine bekanntere deutsche Mittelalter-Metal-Band und klingt für mich daher nicht so innovativ. „Der Albtraum“ wiederum ist wiederum eine solide Nummer. Auch mit einer Cover-Version des bekannten Trinkliedes „7 Tage lang“ können Adorned Brood punkten. Die Bearbeitung der ersten Strophe hätte von der Gitarrenarbeit her etwas ausgefeilter sein können, weil die Instrumentierung doch leider – wenn auch in gewissem Maße beabsichtigt - meiner Meinung nach hier etwas zu minimalistisch klingt. Dafür entschädigt jedoch der geniale Übergang in die Refrainmelodie mit einem growl, der sich gewaschen hat!
„Tierra del Fuego“, der Track, mit dem auch das Bonusvideo unterlegt wurde, ist ein schönes Instrumental, das dem Album eine gewisse Abrundung gibt. „Gezeichnet“ wirft textlich wieder ethisch-moralische Fragen zum gesellschaftlichen Schönheitswahn vor allem in Bezug auf die Möglichkeiten der plastischen Chirurgie auf. Hier überzeugt die Brut wieder einmal mit Ernsthaftigkeit und Realitätsbezug. Der Song „Felidae“ trifft leider bei mir nicht die Richtige, denn es geht um Katzen. Ich sollte hier wohl zum besseren Verständnis erwähnen, dass ich zu Katzen nicht den besten Draht habe und mich auch bisher noch nicht sonderlich für diese Wesen begeistern konnte. Deshalb erweckt dieser Song bei Katzenliebhabern wahrscheinlich eine größere Freude. Für mich passt er musikalisch gut ins Konzept, aber trotz der beabsichtigten aufgezeichneten Thematik der Schizophrenie im Wesen dieses Tieres will ich damit nicht so ganz warm werden. Für´s nächste Album wäre meiner Meinung nach ein Track über Hunde fällig!! Aber Spaß beiseite: Mit „Heldentat“ findet das Album so langsam seinen Abschluss und dieses Lied beschreibt auch ziemlich genau die Geschichte in Richtung dieses neuen Albums, dessen Entstehung, wie bereits oben erwähnt, durch einige Hindernisse erschwert wurde. Das Motiv aus dem ersten Track wird also am Ende auch wieder aufgegriffen, zum einen mit „Heldentat“, zum anderen mit „. . sie ist erwacht“ (na wat wohl, die Brut natürlich!) und auch mit dem, was einen erwartet, wenn man die CD GANZ bis zum Schluss im Player brüten lässt.
So geht es – wie soll es anders sein, wenn wie hier, stolze vier Jahre zwischen den Veröffentlichungen liegen - bei der Brut heute erwachsener und weiterentwickelter zu. Das Ergebnis dürfte trotzdem auch den alten Fans der Band gefallen, wenn sie sich auch durchaus der neuen Seite der Band öffnen müssten. Außerdem kann ich diese Scheibe allen Freunden von Folk- und Mittelalterrock wie Subway to Sally oder In Extremo wärmstens ans Herz legen.
Mir jedenfalls gefällt die Platte mit einigen Ausnahmen gut. Das ganze Album wird durch einerseits harte und andererseits sehr sanfte Klänge recht abwechslungsreich und gewinnt vor allem durch das weiterentwickelte Songwriting an Modernität und trifft den Geist dieser Zeit. Möglicherweise eröffnen sich dadurch auch Chancen, im Publikum ein noch breiteres Spektrum an Hörern zu erreichen.
Erwerben kann man sie entweder ab dem 29. September in den Läden, oder aber man ordert sie schon ab dem 01. September online auf www. adornedbrood. de für 13 €. !!!
Score: 4,0 von 5.
Nach vier Jahren kehren die einstigen deutschen Pagan-Helden Adorned Brood nun mit ihrem fünften Album „Heldentat“ nach einigen personellen Veränderungen und Labelwechseln zurück. Als ich das Album das erste Mal in den CD-Spieler legte, hatte ich jedoch irgendwie schon etwas anderes erwartet, als mir dort geboten wurde.
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Stil:
Pagan Metal
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Release:
29.09.2006
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Label:
Black Bards Entertainment
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Homepage:
http://www.adornedbrood.de
Als reinen Pagan Metal würde ich das ganze nämlich nur noch unter Vorbehalt bezeichnen. Pagantypische Black-Metal-Elemente hätten durchaus großzügiger verteilt werden können und die Texte mit Bezug zur Mythologie und Natur fehlen nahezu völlig. Der Begriff Folk Metal passt mir da dann irgendwie doch besser in den Kram. Das Intro „Es ist Zeit“ spielt auf den Neubeginn der Band an und leitet somit das neue Album standesgemäß ein. Darauf folgt die Hymne „Tanze mit dem Tod“, die durch ihren eingängigen Refrain durchweg überzeugen kann. Mit „In Vitro“ gehen Adorned Brood gesellschaftskritisch ans Werk und prophezeien mit ihrem Text eine furchterregende Vorstellung der Zukunft. Kritisch hinterfragen sie hier, wer der letzte Mensch sein wird, der nicht im Reagenzglas entstand, sondern noch weiß, wer seine Eltern sind. Ein Lied, welches zum Nachdenken anregt und traurig macht.
Mit „Farewell“ sind wir schon bei meinem absoluten Favoriten dieses Albums angelangt. Nicht, weil es der einzige englische Song dieser Scheibe ist, sondern weil diese kraftvolle Ballade durch ihren traurigen Text, die wunderschöne Melodie und vor allem die gesangliche Unterstützung von Querflötistin Ingeborg Anna zu etwas wirklich Besonderem wurde. Es geht um eine tragische Liebe einer Wikingertochter zu einem jungen Krieger, der auf Entdeckungsreise geht und nicht wiederzukehren scheint. Als das Schiff des Kriegers jedoch nach Jahren zurückkehrt, ist gerade ein Jahr vergangen, seit das Mädchen einsam gestorben ist. Dieses Lied hat es mir wirklich angetan und ich fürchte, es hat am vergangenen Wochenende tatsächlich um die vierzig Mal aus dem CD-Player in mein Ohr geschallt. Leider kann das darauf folgende „Sandmann“ mich nicht überzeugen. Der Refrain erinnert mich an eine bekanntere deutsche Mittelalter-Metal-Band und klingt für mich daher nicht so innovativ. „Der Albtraum“ wiederum ist wiederum eine solide Nummer. Auch mit einer Cover-Version des bekannten Trinkliedes „7 Tage lang“ können Adorned Brood punkten. Die Bearbeitung der ersten Strophe hätte von der Gitarrenarbeit her etwas ausgefeilter sein können, weil die Instrumentierung doch leider – wenn auch in gewissem Maße beabsichtigt - meiner Meinung nach hier etwas zu minimalistisch klingt. Dafür entschädigt jedoch der geniale Übergang in die Refrainmelodie mit einem growl, der sich gewaschen hat!
„Tierra del Fuego“, der Track, mit dem auch das Bonusvideo unterlegt wurde, ist ein schönes Instrumental, das dem Album eine gewisse Abrundung gibt. „Gezeichnet“ wirft textlich wieder ethisch-moralische Fragen zum gesellschaftlichen Schönheitswahn vor allem in Bezug auf die Möglichkeiten der plastischen Chirurgie auf. Hier überzeugt die Brut wieder einmal mit Ernsthaftigkeit und Realitätsbezug. Der Song „Felidae“ trifft leider bei mir nicht die Richtige, denn es geht um Katzen. Ich sollte hier wohl zum besseren Verständnis erwähnen, dass ich zu Katzen nicht den besten Draht habe und mich auch bisher noch nicht sonderlich für diese Wesen begeistern konnte. Deshalb erweckt dieser Song bei Katzenliebhabern wahrscheinlich eine größere Freude. Für mich passt er musikalisch gut ins Konzept, aber trotz der beabsichtigten aufgezeichneten Thematik der Schizophrenie im Wesen dieses Tieres will ich damit nicht so ganz warm werden. Für´s nächste Album wäre meiner Meinung nach ein Track über Hunde fällig!! Aber Spaß beiseite: Mit „Heldentat“ findet das Album so langsam seinen Abschluss und dieses Lied beschreibt auch ziemlich genau die Geschichte in Richtung dieses neuen Albums, dessen Entstehung, wie bereits oben erwähnt, durch einige Hindernisse erschwert wurde. Das Motiv aus dem ersten Track wird also am Ende auch wieder aufgegriffen, zum einen mit „Heldentat“, zum anderen mit „. . sie ist erwacht“ (na wat wohl, die Brut natürlich!) und auch mit dem, was einen erwartet, wenn man die CD GANZ bis zum Schluss im Player brüten lässt.
So geht es – wie soll es anders sein, wenn wie hier, stolze vier Jahre zwischen den Veröffentlichungen liegen - bei der Brut heute erwachsener und weiterentwickelter zu. Das Ergebnis dürfte trotzdem auch den alten Fans der Band gefallen, wenn sie sich auch durchaus der neuen Seite der Band öffnen müssten. Außerdem kann ich diese Scheibe allen Freunden von Folk- und Mittelalterrock wie Subway to Sally oder In Extremo wärmstens ans Herz legen.
Mir jedenfalls gefällt die Platte mit einigen Ausnahmen gut. Das ganze Album wird durch einerseits harte und andererseits sehr sanfte Klänge recht abwechslungsreich und gewinnt vor allem durch das weiterentwickelte Songwriting an Modernität und trifft den Geist dieser Zeit. Möglicherweise eröffnen sich dadurch auch Chancen, im Publikum ein noch breiteres Spektrum an Hörern zu erreichen.
Erwerben kann man sie entweder ab dem 29. September in den Läden, oder aber man ordert sie schon ab dem 01. September online auf www. adornedbrood. de für 13 €. !!!
Score: 4,0 von 5.