diskographie / Heldentat / Reviews
wallsoffire
Vier Jahre ist es her, dass Adorned Brood mit „Erdenkraft“ ihr letztes Album veröffentlichten und nun schlagen sie mit ihrem mittlerweile fünften Release „Heldentat“ wieder zu. Und diese vier Jahre haben sie ausgiebig genutzt. „Heldentat“ ist moderner, ausgereifter … aber unbedingt besser, als die vorherigen Alben?
Nun, den Anfang macht „Es ist Zeit …“, einem gesungenen Intro mit Cello-Begleitung, gefolgt von „Tanze mit dem Tod“, das mich stark an Bands wie In Extremo und Subway To Sally. erinnert. Allerdings bleiben Adorned Brood sie selbst, denn die Gitarrenriffs, das Drumming und das, ab und zu eingesetzte, unverkennbare Gekeife von Frost sind unverwechselbar. Hier und da mal ein Celtic Frost-artige ‚uh’ und im Refrain ein Zusammenspiel der verschiedenartigsten Stimmen. Kommt gut.
Beim dritten Track „In Vitro“ dominieren anfangs typische Flötenklänge, bis geile Gitarrenläufe den Song zum Mitgröhl-Chorus tragen. Und bei diesem Song zeigen Adorned Brood auch, aus welchem Genre sie ursprünglich stammen: Highspeed-Drumming, Gekeife, Growls … jawoll, so habe ich sie kennengelernt. Gänsehaut beschert das englisch gesungene „Farewell“, das auch ein Lied aus alten Seemannstagen sein könnte. Akustische Gitarren, cleaner Gesang und eine wirklich schöne Melodie. Ingeborg, Frost und Co., wenn ihr in die Charts kommen wollt, koppelt diesen Song aus! Sehr genial.
„Der Sandmann“ vermischt modernes Gitarrenspiel mit den folkigen Wurzeln von Adorned Brood. Eigenartig, aber gerade diesen Song kann ich mir live richtig gut vorstellen. Lediglich mit verspielten Bassläufen beginnt „Der Albtraum“, bevor die Gitarren einsetzen. Auch dieser Track ist wieder sehr modern gehalten, was man diesmal auch besonders am Drumming erkennt. Der Refrain ist regelrecht wütend und wird durch elogenhaften Gesang in den Strophen perfekt ergänzt. Schon seit längerer Zeit haben die Grevenbroicher den Song „7 Tage lang“ im Live-Repertoire. Dieses bekannte Trinklied von den Bots ist der erste Coversong überhaupt von Adorned Brood. Und wer die Band schon live erlebt hat, wird wissen, dass es mittlerweile eine Art Ritual geworden ist, dass sie nach dem Lied immer eine Kiste Bier ausgeben.
Balladesk geht es weiter mit dem Piano-Instrumental „Tierra Del Fuego“, das sehr bewegend ist, wie ich finde. Für mich ein Tiefpunkt auf diesem Album ist das folgende „Gezeichnet“, was mir einfach zu langweilig ist. Musikalisch ist der Song okay, aber die Instrumente sind, besonders im Refrain, zu leise und das Duett von Frost und Ingeborg Anna nervt gewaltig. „Felidae“ beginnt ruhig und geht zu harten Gitarrenriffs über. ‚In ihrem Blick verbirgt sich Unschuld und der Tod. So reisst sie viele Seelen in ihren Bann.’ … Nein, das ist kein Lied über mythologische Wesen, sondern hier wird über die Geschichte und das schizophrene Wesen der Katzen gesungen. Der Titelsong ist ein richtiger Mitreißer und wird live garantiert der Bringer sein. Hymnisch wird es mit dem Abschluss „… Sie ist erwacht“, in dem die akustischen Gitarren dominieren und auf Gesang verzichtet wird.
Nun zur Frage, ob „Heldentat“ besser als die vorherigen Alben ist. Schwierig zu sagen. Ich für meinen Teil, mag die früheren Adorned Brood lieber, besonders, wenn ich an so geniale Stücke, wie z.B. „Pride was my Desire“ denke. Allerdings muss ich auch zugeben, dass die Band ein komplexes und zeitgemäßes Album eingespielt hat, das sehr starke Stücke beinhaltet. Eine Scheibe, das mit dem neunten und zehnten Titel zwar abzuflachen droht, aber die gute Qualität des Silberlings danach gleich wieder herstellt.
Als Bonus ist übrigens noch ein Multimedia Track zu sehen. Ein Zusammenschnitt von diversen Live-Shows der Band, untermalt vom wunderschönen „Tierra Del Fuego“
4 von 5 Punkten
Autor: [Walzenstein]
Vier Jahre ist es her, dass Adorned Brood mit „Erdenkraft“ ihr letztes Album veröffentlichten und nun schlagen sie mit ihrem mittlerweile fünften Release „Heldentat“ wieder zu. Und diese vier Jahre haben sie ausgiebig genutzt. „Heldentat“ ist moderner, ausgereifter … aber unbedingt besser, als die vorherigen Alben?
Nun, den Anfang macht „Es ist Zeit …“, einem gesungenen Intro mit Cello-Begleitung, gefolgt von „Tanze mit dem Tod“, das mich stark an Bands wie In Extremo und Subway To Sally. erinnert. Allerdings bleiben Adorned Brood sie selbst, denn die Gitarrenriffs, das Drumming und das, ab und zu eingesetzte, unverkennbare Gekeife von Frost sind unverwechselbar. Hier und da mal ein Celtic Frost-artige ‚uh’ und im Refrain ein Zusammenspiel der verschiedenartigsten Stimmen. Kommt gut.
Beim dritten Track „In Vitro“ dominieren anfangs typische Flötenklänge, bis geile Gitarrenläufe den Song zum Mitgröhl-Chorus tragen. Und bei diesem Song zeigen Adorned Brood auch, aus welchem Genre sie ursprünglich stammen: Highspeed-Drumming, Gekeife, Growls … jawoll, so habe ich sie kennengelernt. Gänsehaut beschert das englisch gesungene „Farewell“, das auch ein Lied aus alten Seemannstagen sein könnte. Akustische Gitarren, cleaner Gesang und eine wirklich schöne Melodie. Ingeborg, Frost und Co., wenn ihr in die Charts kommen wollt, koppelt diesen Song aus! Sehr genial.
„Der Sandmann“ vermischt modernes Gitarrenspiel mit den folkigen Wurzeln von Adorned Brood. Eigenartig, aber gerade diesen Song kann ich mir live richtig gut vorstellen. Lediglich mit verspielten Bassläufen beginnt „Der Albtraum“, bevor die Gitarren einsetzen. Auch dieser Track ist wieder sehr modern gehalten, was man diesmal auch besonders am Drumming erkennt. Der Refrain ist regelrecht wütend und wird durch elogenhaften Gesang in den Strophen perfekt ergänzt. Schon seit längerer Zeit haben die Grevenbroicher den Song „7 Tage lang“ im Live-Repertoire. Dieses bekannte Trinklied von den Bots ist der erste Coversong überhaupt von Adorned Brood. Und wer die Band schon live erlebt hat, wird wissen, dass es mittlerweile eine Art Ritual geworden ist, dass sie nach dem Lied immer eine Kiste Bier ausgeben.
Balladesk geht es weiter mit dem Piano-Instrumental „Tierra Del Fuego“, das sehr bewegend ist, wie ich finde. Für mich ein Tiefpunkt auf diesem Album ist das folgende „Gezeichnet“, was mir einfach zu langweilig ist. Musikalisch ist der Song okay, aber die Instrumente sind, besonders im Refrain, zu leise und das Duett von Frost und Ingeborg Anna nervt gewaltig. „Felidae“ beginnt ruhig und geht zu harten Gitarrenriffs über. ‚In ihrem Blick verbirgt sich Unschuld und der Tod. So reisst sie viele Seelen in ihren Bann.’ … Nein, das ist kein Lied über mythologische Wesen, sondern hier wird über die Geschichte und das schizophrene Wesen der Katzen gesungen. Der Titelsong ist ein richtiger Mitreißer und wird live garantiert der Bringer sein. Hymnisch wird es mit dem Abschluss „… Sie ist erwacht“, in dem die akustischen Gitarren dominieren und auf Gesang verzichtet wird.
Nun zur Frage, ob „Heldentat“ besser als die vorherigen Alben ist. Schwierig zu sagen. Ich für meinen Teil, mag die früheren Adorned Brood lieber, besonders, wenn ich an so geniale Stücke, wie z.B. „Pride was my Desire“ denke. Allerdings muss ich auch zugeben, dass die Band ein komplexes und zeitgemäßes Album eingespielt hat, das sehr starke Stücke beinhaltet. Eine Scheibe, das mit dem neunten und zehnten Titel zwar abzuflachen droht, aber die gute Qualität des Silberlings danach gleich wieder herstellt.
Als Bonus ist übrigens noch ein Multimedia Track zu sehen. Ein Zusammenschnitt von diversen Live-Shows der Band, untermalt vom wunderschönen „Tierra Del Fuego“
4 von 5 Punkten
Autor: [Walzenstein]