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diskographie / Hiltia-Wigand / Reviews
darkmoments
zum Album: Hiltia/Wigand
hinzugefügt: 29.10.2008


Adorned Brood- -hiltia & wigand- --- [Vö: 05.10.2008]
M

ADORNED BROOD war mir bis dato völlig unbekannt, da ich Pagan Metal nicht unbedingt zu meinen Lieblingsgenres zähle. Und auch wenn ich sagen muss, dass meine Ohren beim ersten Hören ein wenig geflattert haben, ist es doch eine besondere Art von Musik, die vor allem mit ihren Geschichten verzaubert.

Die fünf Grevenbroicher Musikanten lassen grobe und laute Metalsounds, wüstes Geschreie von Bassist und Sänger Markus Frost mit folkigen Passagen verschmelzen, gespickt mit der tollen Stimme von Ingeborg Baumgärtel, die auch so manches Lied mit der Querflöte etwas „weicher“ macht. Mirko Klier (Rhytmusgitarre), Thorsten Derks (Sologitarre) und Tim Baumgärtel (Drums) vervollständigen das rockige Quintett, das schon seit 1993 in seinen Songs von heidnischen Göttern, alten Kriegen und natürlich auch von Liebe und Verlust erzählt.

Das 2CD Album „Hiltia & Wigand“ ist eigentlich keine neue Scheibe, sondern die neu gemasterte Versionen der beiden ersten Alben „Hiltia“ und „Wigand“, die ihrerzeit auf 1000 Stück limitiert waren, daher restlos ausverkauft sind und bei Internet-Auktionen teilweise für 80 Euro gehandelt werden.

Schon der erste Titel nach dem Intro, „For Honour and Land“ lässt darauf schließen, was Schwerpunkt dieses Albums ist: Mut, Ruhm, Krieg – eben typisch Pagan Metal. Auch deutschsprachige Tracks wie „Unehrenhaftes Feindesblut“ reihen sich in diesen Themenbereich ein. Die Texte sind übrigens im kunstvoll gestalteten Booklet nachzulesen, was auch sehr vorteilhaft ist, da sie teilweise schwierig zu verstehen sind. Auch bietet die CD ruhigere, rein instrumentale Stücke, z.B. „Donerhamer“ mit Gitarre und Flöte, die die mittelalterlich-folkige Stimmung aufkommen lassen, die in den meisten Songs von rauen Growls ein bisschen übertönt wird. Entspannung zwischen dem ganzen Kriegsgeschrei bietet „The Oath“ mit melodischen Vocals von Thorsten Derks, eine Danksagung an die Götter für deren Beistand im Kampf.

Auf der zweiten CD ist neben acht Songs auch noch ein Video enthalten, das einen Livemitschnitt von ADORNED BROOD zeigt, in dem sie „Tanz mit dem Tod“, „Heldentat“ und „Farewell“ spielen. „Farewell“ finde ich persönlich große klasse, da es so einen balladenähnlichen Charakter hat und wahnsinnig viel Gefühl vermittelt. Schade, dass der Song nicht auch als normaler Track auf dem Album ist.

Alles in allem ein schönes Remake zweier alter Alben, das ich besonders Liebhabern großer Heldengeschichten und der etwas lauteren Art von Kunst ans Herz legen kann.

Rezi: Nadine Schmitt