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diskographie / noor / reviews
metalmessage
zum Album: Noor
hinzugefügt: 11.11.2008
ADORNED BROOD
„Noor“
(Black Bards) 8/10
Sie sind zurück! Na endlich. Nicht, dass sie ja je ganz weg waren, aber das neue Studioalbum „Noor“ zeigt diese verdienten Düsseldorfer Pagan Folk Metaller und Genre-Vorreiter nach längerer Zeit nun wieder in vollstem kreativen Glanzlicht. Und so veröffentlicht die aktuell wieder verdammt spielfreudige Horde nun ein brandneues Vollwerk, das sechste in der langjährigen Laufbahn übrigens. Eine wie ersehnt enorm gehaltvolle und auch genussreich abwechslungsreiche Liedersammlung, wie sie klanglich typischer für den klassischen und so gut bewährten Adorned Brood-Sound wohl nicht mehr sein könnte. Relevanter Fakt ist hier zunächst mal, dass diese beständige Gruppe schon „Pagan Metal“ gespielt hat, als die jüngeren der heutigen Anhänger dieser populären Stilistik gerade mal ihre Lauflernschuhe hinter sich ließen. Und Adorned Brood, die derzeit ihr 15jähriges Bestehen zu feiern haben, dürften neben den Recken von Menhir eben als einer der Mitbegründer der deutschen Heidenmetallszene überhaupt zählen. Nach den unnötigen stilistischen Experimenten der eher zwiespältigen Vorgängerscheibe „Heldentat“ gehorchte der passionierte Epikertrupp um Bassist und Sänger Markus Frost nun endlich wieder dem ergiebigen Diktat seiner kreativen Instinkte.

Doch auch Meister Frost selbst kreischt hier so köstlich ab wie ein junger Zornesgott, frisch nach der okkulten Feuergeburt. Der ungestüme und mordsbissige Melodic Pagan Folk Metal unserer Düsseldorfer Helden wird dazu wieder vom wunderschönen Gesang samt anmutigen Querflötenspiel von Ingeborg Baumgärtel veredelt. Bombastisch produziert wurde das Ganze auch noch – einfach herrlich anzuhören, wie übermächtig die neuen frischen Hammerkompositionen aus den Lautsprecherboxen schmettern. Schwermetallisch Traditionelles wird von Adorned Brood auch nicht selten auf „Noor“ kultiviert, so findet der Hörer einige zeitlos klingende Saitenkünste vor. Doch auch ansonsten zählt die Gitarrenarbeit hier zum Besten, was man aus dem Pagan Metal-Bereich so kennt. Wie schön: Die aktuelle Platte des erstarkten Quintetts vereint und bündelt sämtliche über die Jahre erarbeiteten Stärken, ohne dabei jedoch die wichtigen Wurzeln zu verleugnen. „Noor“ ist sozusagen ein feine Edelmixtur aus der rhythmisch rauen Rumpelattitüde der ersten beiden Adorned Brood-Scheiben „Hiltia“ und „Wigand“ sowie der ästhetischen Feinsinnigkeit ihres bisherigen Meisterwerks „Erdenkraft“. Ob das wohl an der vollzogenen Rückkehr des alten Adorned Brood-Gitarristen Mirko „Pagan“ Klier liegt?